Naiver Realismus

Was meinen wir mit „naivem Realismus“? Naiver Realismus bezeichnet für uns die tiefe Überzeugung, dass die Dinge tatsächlich so sind, wie sie zu sein scheinen: „Taking the description for the described“, wie J. Krishnamurti sagt. Wie wir dazu kommen, naiven Realismus abzulehnen, wollen wir im folgenden kurz darstellen:

Es gibt grundlegend zwei Bereiche, in denen man versuchen kann, Wissen zu erlangen. Es gibt zum einen den Bereich, dessen Grundlagen durch den Menschen definiert wurden (A) und zum anderen jenen (B), in dem man versucht, diese zu erkennen, wie zum Beispiel den Bereich der Physik. Naiver Realismus würde bedeuten, B wie A zu behandeln. In Bereich A kann eine Aussage deshalb eindeutig als wahr oder falsch bezeichnet werden, weil die Grundlagen, die Bedingungen klar sind oder nötigenfalls definiert werden. In Bereich B hingegen ist die Grundlage „von sich aus“ dynamisch. Sie hängt von einer Welt ab, die wir unter anderem mit technischen Hilfsmitteln zu durchleuchten versuchen, bei der wir uns aber nicht sicher sein können, dass wir alles, für eine Wahr-oder-Falsch-Aussage Notwendige, erfasst haben.

Außzug aus der ca. ein Jahr alten, nicht mehr aktuellen Präambel der erisischen Bewegung. Unter Einbeziehung des "Definitions-Trilemmas" (erisisch.de) ist es natürlich fraglich, ob die Grundlagen in Bereich A so "klar" sind.

The author

Written by Per

Free software enthusiast and transhumanist residing in Stuttgart, Germany.


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